überhitzt

Ich sehe dich von meinem Platz unter dem Apfelbaum. Du ziehst die Gardine zur Seite, öffnest das Fenster weit und schaltest deinen alten Kassettenrecorder ein. Bis zu mir herüber schallt ein „Gute-Laune-Mix“ aus den 90er Jahren. Ich lehne mich an den Baumstamm und lächle. Saturday Night.

Du tanzt beim Aufräumen. Ich glaube, du weißt, dass ich dich beobachte. Aber du tust so, als seist du ahnungslos. Zwischendurch pfeifst du ein paar Töne mit. Ich denke bei deinem Anblick plötzlich an einen großen, bunten Eisbecher, den ich vor 20 Jahren mal in der besten Eisdiele der Welt gegessen habe. Absoluter Genuss und nullkommanull Reue. Geschmolzene Rinnsale, die vom Kinn ins Dekolleté tropfen. Die Sonne scheint sommerwarm und ich will einen Kuss. Mindestens.

Als ich vor dem offenen Fenster stehe und einen Dreivierteltakt gegen den Rahmen klopfe, stoppst du in einer schwungvollen Drehung und blickst mich überrascht an. Dann grinst du verschmitzt. Es ist wirklich unfassbar warm heute. Du hast die schönsten Oberarme des Universums. Meine Fingerspitzen kribbeln. Du ziehst die Augenbrauen hoch und beißt dir leicht auf die Unterlippe. Die Kassette wechselt von „Whigfield“ zu „Salt ´n´Pepa“: Let´s talk about sex.

Das Lachen platzt heftig aus uns beiden heraus.

Timing ist doch das A und O.

Heute bleibt´s beim Aufräumen.

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