Stille Wasser sind tief

Ich finde es so zauberhaft, wenn am frühen Abend die Mücken auf der Wasseroberfläche des Teichs tanzen. Ich liebe das Glitzern, freue mich über jeden Libellenbesuch. Sitze am Rand der kleinen Teichwanne und warte auf das Erblühen der Seerose. Untergehende Sonne, barfuß und kurzärmelig, Rhabarberschorle, Glutknistern und Gartenparadies. Du kleiner, wunderbarer, naturschöner Teich, du!

Warum zur Hölle musstest du diesen schlammigen Grund offenbaren? Diesen Sumpf der Abscheulichkeit, mit langen weißen Würmern und Glibber und Schleim und Igittpfuiteufel? Ich wollte doch mit dem Kescher nur schnell den Kronkorken herausfischen. Er war beim Öffnen der Rhabarberschorle ins Wasser gefallen und auf den Boden gesunken. Was ich von dort zu Tage förderte, entlockte mir den ehrlichsten „Uuuuäääähh“-Schrei der letzten 20 Jahre.

Merke: Stille Wasser sind tief. Und: Oberflächlichkeit ist nicht immer schlecht. Zumindest was die Beziehung zwischen mir und meinem Teich angeht.

 

 

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4 Kommentare zu „Stille Wasser sind tief

  1. Ist nicht die Frage auch das Schöne und Wichtige in den langen Weißen Würmern zu entdecken und dem Glibberschleim. Was wenn die Seerose diesen Grund braucht um zu erblühen? …. Trotz pfui grauslich, kann es sich wandeln. Beim Teich ist es aber auch kein Pflichtprogramm hinzusehen. 😉

  2. Ich kann ihn glitzern sehen, den Teich. Und ich kann den Uääääh Schrei hören! So ist das im Leben. Nicht alles was gelb glänzt ist Gold !

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